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Das Projekt Intrahistoria Rhede

Diesen Begriff prägte der Spanier Miguel de Unamuno, Philosoph und Schriftsteller (1864-1936). Er wollte sozusagen unter die oberste Schicht der Geschichte schauen, aufdecken und sichtbar machen, wer die Menschen sind, die die historischen Ereignisse und Gegebenheiten mittragen, ohne in einem Geschichtsbuch verzeichnet zu werden. Hier geht es um die Geschichte innerhalb der Geschichte, um das Fundament.

Mercedes González hat den Begriff „Intrahistoria“ neu für sich entdeckt und in der münsterländischen Kleinstadt Rhede bekannt gemacht. Es entstand eine neue und bemerkenswerte Verknüpfung von Geschichte und Kunstgeschichte.

Waren es früher hauptsächlich die Fürsten, Feldherren und bedeutende Künstler mit ihren Familien, die von Malern für ihre Umwelt und Nachwelt porträtiert wurden, so sind es in diesem Fall weitgehend unbekannte Personen, die für die Geschichte zwar nicht unbedeutend aber eben nicht prominent sind.

Auch die Malerin Maria Mercedes González, geb. am 28. September 1963 in Valencia, Spanien, ist Teil dieser inneren Geschichte.

Nach dem Studium an der Universität „San Carlos“ in Valencia und nach anschließender beruflicher Tätigkeit als Modedesignerin und Kunstlehrerin kam sie der Liebe wegen nach Rhede. Mit ihrem Mann Günter Thebingbuß gründete sie eine Familie, baute ein Haus, bekam vier Kinder, erwarb Freunde und deutsche Sprachkenntnisse. Gleichzeitig gründete sie als freischaffende Künstlerin eine eigene Kunstwerkstatt, beteiligte sich an Ausstellungen in Frankreich, Rhede, Bocholt und Umgebung, gab Kunstunterricht am Bocholter St. Josef Gymnasium.

Insidern waren ihre fast immer großformatigen Bilder schon bekannt. Inzwischen wird sie aber durch ihr Projekt „Intrahistoria“ weit über den Kreis der Porträtierten von sehr viel mehr Rhedern wahrgenommen.

„Durch das Porträtieren einer Person entsteht eine soziale Bindung. Die Person ist jetzt von mir wahrgenommen“, erklärt sie; „So ist eine Gemeinschaft entstanden. Ohne diese Leute wäre Rhede keine Heimat für mich geworden.“

Sie versteht ihr Projekt als ein Sichvertrautmachen mit den Menschen ihrer Umgebung und als Bestandsaufnahme ihrer eigenen Intrahistoria, die aber genauso ein Teil von Rhedes innerer Geschichte ist. Durch ihre Kunst hat sie sich ihrer neuen Heimat angenähert und sie für sich erobert. Zugleich aber zeigt sie uns, wie sie uns sieht.

Da stehen sie nun für kurze Zeit in der Stadt, die 205 „Säulen der Geschichte“ des heutigen Rhede, stellvertretend für alle übrigen Einwohner.

Warum gerade diese?

Einige gehören zum Freundeskreis der Künstlerin. Die meisten aber haben sich auf ihre Aufrufe im Oktober 2008 und Dezember 2009 bei ihr gemeldet.

Alle waren interessiert an ihrem Projekt „Intrahistoria“, wollten die Künstlerin und den Menschen Maria Mercedes González kennenlernen und eine neue Erfahrung machen. Sie wollten sehen, wie eine Kunstschaffende arbeitet und wie Kunst entsteht. Und sie haben, wenn sie es nicht schon wussten, gelernt:

Kunst gehört zum Leben, zum Menschen, zur Geschichte.

In jeder Hinsicht ist dieses Projekt eine Bereicherung für die Menschen der
Stadt Rhede.

Gea Runte, Juni 2010